Die Geschichte über Getting The Spirit Gospel Camp Mein dringlicher Wunsch, auch anderen Sängerinnen und Sängern die Gelegenheit zu geben, von den besten Chorleitern aus New Orleans zu lernen, liess mich die Gospel-Camp-Idee weiter entwickeln. Dabei war mir vor allem daran gelegen, nach konkreten Möglichkeiten zu suchen, diese spirituelle Musik zu erfahren und zu erleben, wie sie die Seele berührt und dabei zugleich auch Teil von Kultur ist. Vor allem aber ging es mir um's Singen selbst. Der Gedanke liess mich nicht mehr los. Etliche Monate nach besagter Reise fegte der Wirbelsturm Katrina über die Golfküste und verwüstete das „Land der Träume“ auf fürchterlichste Weise. Damit war klar, dass die Verwirklichung der Gospel-Camp-Idee zunächst einmal aufgeschoben werden musste. Zu meinem 50sten Geburtstag im Mai 2007 machten mir meine Freunde und Familie ein ganz besonderes Geschenk: sie schickten mich erneut nach New Orleans. Doch von dem, wasmir dort begegnete, war ich zutiefst enttäuscht und machte mich zugleich sehr traurig: geblieben schien nur eine leere Hülle jener früher so vibrierend-lebendigen Stadt. Auch war der Kontakt zu vielen Freunden, die ihre Heimat hatten verlassen müssen und noch nicht wieder nach New Orleans zurück gekehrt waren, jäh abgebrochen. Schlimmer noch: einige waren Opfer der Katastrophe geworden, so auch mein Adoptivbruder Kerwin James. Ich war betrübt und kurz davor, die Gospel Camp Idee an den Nagel zu hängen. Doch dann geriet ich in eine Veranstaltung, die traditionellerweise immer am Montag zwischen den beiden Jazz-Fest-Wochenende stattfindet, das Gospel is alive- Konzert. Und plötzlich erfüllte mich der kraftvoll-fröhlich-junge Geist der Schulchöre mit großer Hoffnung für die Stadt. Einer der Chorleiter fiel mir besonders auf und ich war mir sicher, eines Tages mit diesem aussergewöhnichen Menschen zu arbeiten: Clyde Lawrence. Und genau das sollte schon bald Realität werden. Ich blieb „dran“ und machte mich erneut an die Planungen eines Gospel-Camps. Solch ein Projekt will gut durchdacht und nicht auf die leichte Schulter genommen sein, aber die Fäden liefen zusammen und es wurde sehr konkret:Im Oktober 2009 flog ich abermals nach New Orleans und traf mich dort mit einem Team von Chorleitern, um das Konzept des Camps zu vertiefen und zu diskutieren. Darunter war auch meine „zweite Mutter“ Barbara Frazier, eine begnadete Organistin und Gospelkennerin. Die wohl größte Hürde bestand nun darin, einen geeigneten Ort für das Camp zu finden. In der Stadt selbst gab es nichts Derartiges, noch immer war jedes dritte Haus abgerissen, die sichtbaren Nachwehen von Katrina. Es gelang uns aber, ein wundervolles Seminarzentrum ausserhalb von New Orleans an der Nordseite des Lake Pontchartrain zu finden und alle stimmten der Verwirklichung des Camps zu. Für mich waren die Erfahrungen dieser Reise so gänzlich anders als die von vor zwei Jahren. Ich kehrte aus einer Stadt zurück, die ihren Puls erneut zu finden schien, in der die Energien wieder zu sprudeln begannen. Ich zögerte nicht länger, ja mehr noch: ich war sehr motiviert, das Camp tatsächlich durchzuführen.Nach meiner Rückkehr nach Deutschland bereitete ich alles vor, um Getting The Spirit für Oktober 2010 anzukündigen und öffentlich dafür zu werben. Dabei stellte sich plötzlich heraus, dass ich mit einem solchen Projekt in die Kategorie „Reiseveranstalter“ fiel. Jede-r kann ahnen, was das heisst: es galt, die rechtlich-finanziellen Schritte zu tätigen, verschiedene Versicherungen abzuschliessen (drei an der Zahl) und zudem fand ich mich vor einem Stapel an Verwaltungsaufgaben wieder. Und all das noch dazu auf deutsch und nicht in meiner Muttersprache! Im Januar 2010 war das Ende des bürokratischen Tunnels erreicht und ich verbreitete die Ankündigung per email, Post und Veröffentlichungen per Zeitungsartikeln. Alle Gospel-Webseiten waren dabei sehr hilfsbereit und kooperativ. Und doch hatten wir bis zum - im Gruppenreise-Vertrag angegebenen Termin - nicht die gewünschte Zahl an Teilnehmenden erreicht. Zu wenige hatten sich angemeldet, um das Risiko einer Seminarhausbuchung aufrecht zu erhalten und die angefragten Chorleiter fürderhin im Ungewissen zu lassen. Und so lud ich alle, die sich angemeldet hatten, Ende Juni zu einem Gospelbrunch zu mir nach Hause ein. Wir erörterten, wie es mit dem Gospelcamp weitergehen sollte. Die versammelte Gruppe fällte eine eindeutige Entscheidung: wir planen das Gospelcamp erneut und zwar für den Herbst 2011. Und damit sind wir hier und jetzt am Start!Als Leitungsteam bringen Brigitte Stumpf-Gieselmann und ich unsere Stärken und Talente zusammen und lassen das Camp zu einer besonderen Erfahrung für alle werden, die daran teilnehmen. Brigitte ist nicht nur meine Seelenschwester, sondern als Musiktherapeutin auch eine qualfizierte, einfühlsame und engagierte Chorleiterin. Gemeinsam mit ihr finden meine Kompetenzen als Event- und Musikmanager die richtige Partnerschaft, um das Ereignis Gospelcamp mit dem entsprechenden Inhalt, Leben und Geist zu füllen. Die zwei der besten Chorleiter in New Orleans konnte ich auch für die Mitarbeit im Projekt 2011 vor Ort gewinnen und auch „mom“ Barbara Frazier wird mit von der Partie sein. Nach einer langen Reise mit einigen Umwegen geht das Gospelcamp nun in die Zielgerade von der Idee zur Wirklichkeit. Unser Anliegen ist es, das Camp als eine Möglichkeit für Bildung, Kommunikation und kulturellem Austausch zu verstehen, basierend auf der Grundlage, Freude zu erleben und Spaß zu haben. Aus diesem Grunde habe ich einige Besonderheiten für die Gruppe eingeplant, darunter die Teilnahme an einem Gottesdienst in der Baptistenkirche einer farbigen „neighborhood“, eine kulturübergreifende Zusammenarbeit mit einem örtlichen Gospelchor sowie die Gelegenheit, am Ende des Camps mit den neu gefundenen Chorkolleginnen und –kollegen in einem Gottesdienst zu singen. Und so kann ich allen eine Woche versprechen, die keine-r von uns so schnell vergessen wird. Und: ich freue mich darauf, Euch zu treffen und gemeinsam mit Euch zu reisen und zu singen.
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