Getting The Spirit - Bilder

Getting the Spirit – 2011

Unser erstes Treffen findet am Flughafen Düsseldorf statt: – einige kennen sich schon, andere sind noch völlig unbekannt. Was für eine bunte Gruppe, was für ein Abenteuer, auf das wir uns gemeinsam einlassen! Wir wollen nach New Orleans fliegen, um dort Land und Leute kennenzulernen, um gemeinsam zu singen, um in Musik, Kultur, in den „Spirit“ der Gospels und die Atmosphäre der Stadt einzutauchen!

Und das „Eintauchen“ beginnt sofort, als wir gelandet sind: die warme, sommerliche Luft in New Orleans, Marty, der uns am Flughafen empfängt und alles wunderbar organisiert hat, die Straßen dieser aufregenden Stadt, durch die unser edler Shuttlebus fährt, das schöne Hotel mit dem wunderbaren Innenhof mit Pool. Wir sind angekommen!

Schon am zweiten Tag genießen wir das herzliche Willkommen durch Clyde Lawrence im Gottesdienst der Nazarene Baptist Church, ein Gottesdienst mit viel Band- und Chormusik, einem temperamentvollen Prediger und auch mit liturgischem Tanz! Und nachmittags bei herrlichen Wetter „chillen“ wir beim Bluesfestival im Lafayette-Park: groovige Blues-Musik, lockere Atmosphäre, schlendern, hören, reden, tanzen, essen und trinken, Kunststände bewundern…

Von Montag bis Freitag nehmen wir an unserem Chorworkshop in einem Kloster teil, das ganz in der Nähe des Hotels liegt und eine ganz besondere Atmosphäre und Herzlichkeit hat. Und wir lernen endlich unseren Chorleiter Al Bemiss kennen! Das Proben mit ihm ist herrlich: mit einer großen Leichtigkeit singt und spielt er die einzelnen Stimmen der Lieder vor, und die kurzen Texte in unserer Hand verwandeln sich mit unserem kleinen Chor und durch Al‘s professionelle Pianobegleitung im Nu in wunderbare vierstimmige Gospels. Mal sind sie rhythmisch, mal inniglich und ruhig, und Texte und Melodien werden nach und nach zu unseren eigenen. Sie geben uns ein „sweet aroma of praise“! Allen ist die Freude am Singen anzumerken, und selbst nach 2 oder 3 Stunden Probe ist keiner wirklich müde. Überraschungen wie der Besuch des Schulchores "Singing Mustangs" von Clyde, die mit ihren Liedern und persönlichen Aussagen überzeugen, oder die Stunde mit „Sunpie“ geben die Vielfalt der musikalischen Persönlichkeiten wieder, von denen wir hier lernen können. Wir bringen aber auch Eigenes aus Europa mit: Songs zum Einsingen und Einswingen, und das Lied „Vorbei sind die Tränen“.

Die netten Mitarbeiter in „unserem“ Kloster, das durch die Heiligenstatuen und baulichen Besonderheiten ein echtes Erlebnis ist, versüßen uns die Pausen mit schmackhaftem landestypischen Essen, das wir im wunderschönen Klosterinnenhof einnehmen.

Jeden Tag ist auch genug Zeit, auf eigene Faust die Stadt zu erkunden! In Fußnähe liegt das französische Viertel, der Armstrong Park (der sich auch für morgendliche Tai Chi Stunden eignet…), der Missisippi, der French Market, das Cafe du Monde, und fast an jeder Straßenecke erklingt Live-Musik. Wunderbare Gelegenheiten zum Bummeln. Aber auch gemeinsame Unternehmungen, wie der Besuch des Backstreet-Museums, das Konzert der Rebirth-Brassband oder unser Essen im Fischrestaurant finden großen Anklang. Einige von uns machen sich noch in Eigenregie auf zu einer Tour in die Sümpfe, um Alligatoren in freier Natur zu erleben. Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Stadtteilfest „Mahalia Jackson Festival“, wo wir sehr herzlich aufgenommen werden und von Schulbands über professionelle Jazzbands auch Indians in ihren aufwändig gestalteten Kostümen bewundern können!

Höhepunkt unserer Zeit in NOLA ist die gemeinsame Chorprobe mit Shades of praise, unserem Partnerchor, mit dem wir auch den Abschlussgottesdienst unserer Reise gestalten! Schwarze und weiße, alte und junge Menschen, singen aus voller Kehle und Innigkeit miteinander. Und wir sind plötzlich ein Teil davon, tauchen ein in die Gemeinschaft und in die gemeinsamen Lieder. Und so ist es auch dann am Sonntag im Gottesdienst: die Lieder sind Glaubenszeugnis, Kraft, gebündelte Energie: Religio -Verbindung – untereinander und mit Gott.

Ja, und am 10. Tag heißt es dann leider Abschied nehmen – von den lieben Menschen, die wir dort kennenlernen durften, von der Stadt, von Marty, der noch in den USA bleibt, von wunderbaren gemeinsamen Erfahrungen. Die Gruppe hat noch die Rückreise zusammen, kann noch gemeinsam Ausklingen lassen, sich gegenseitig unterstützen, Eindrücke verarbeiten…

Und viele wissen: es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir in New Orleans waren und gemeinsam Gospel gesungen haben. Getting the spirit.

---Brigitte Stumpf-Gieselmann

"Ich möchte die Erfahrung in den letzten Tagen nicht missen. Sie hat mein Leben bereichert. Ich bin dankbar."

--- 2011 Gospel Camp Teilnehmer